Inkasso-Reformen 2026 und Ihre Auswirkungen auf Gläubiger
Was ändert sich wirklich durch BfJ-Zentralisierung & neue EU-Verbraucherkreditrichtlinie
Der Beitrag dient ausschließlich Informationszwecken und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Wenden Sie sich bei konkreten rechtlichen Fragen an Ihren Rechtsanwalt.

Herausforderungen für Gläubiger 2026
Auch wenn die großen Inkasso-Reformen 2026 ausbleiben, steht das Forderungsmanagement vor entscheidenden Veränderungen. Zwei regulatorische Weichenstellungen wirken sich in diesem Jahr nämlich besonders aus: Die seit 1. Januar 2025 geltende Zentralisierung der Inkasso-Aufsicht beim Bundesamt für Justiz (BfJ) sowie die Anwendung der neuen EU-Verbraucherkreditrichtlinie (Richtlinie (EU) 2023/2225) ab 20. November 2026.
Die neue zentrale Inkasso-Aufsicht beim BfJ seit 2025
Bis Ende 2024 war die Inkassoaufsicht in Deutschland zersplittert. Zuständig waren insgesamt 38 Stellen – jeweils eine pro Bundesland, ergänzt um Sonderregelungen. Das erzeugte Diskrepanzen: In einzelnen Bundesländern zogen sich Prüfungen teils über mehrere Monate hin, während sie andernorts deutlich schneller abgeschlossen waren. Solche Abweichungen erschwerten Gläubigern das bundesweite Handeln, da Zulassungen landesspezifisch variierten und Inkassopartner regional unterschiedlich bewertet wurden. Der Übergang zur zentralen Inkasso-Aufsicht durch das Bundesamt für Justiz in Bonn bringt deutlich mehr Gleichklang. Mit der im Rechtsdienstleistungsgesetz verankerten Neuregelung werden die Verfahren erstmals bundesweit einheitlich ausgestaltet. Laut veröffentlichten Angaben des BfJ beinhaltet das:
- Standardisierte Kontrollen
für Finanzen und Qualifikationen von Inkassofirmen - Zentralisierte Kanäle
für Verbraucherreklamationen, die Bearbeitungszeiten kürzen - Erhöhte Rechtssicherheit,
da RDG-Auslegungen nicht mehr lokal schwanken
Aber was heißt das jetzt für die Praxis im Inkasso?
Die EU-Verbraucherkreditrichtlinie – was ab November 2026 wirklich gilt
Die Richtlinie (EU) 2023/2225, die bereits im Oktober 2023 beschlossen wurde, löst die alte Regelung von 2008 ab. Die Umsetzung in Deutschland zog sich durch gesetzgeberische Diskussionen hin, tritt nun aber ab 20. November 2026 für frische Verträge in Kraft.
Prüfung auch für Kredite unter 200,- Euro
Obwohl es sich bei der Änderung nicht konkret um eine Inkasso-Reform 2026 dreht, werden die Auswirkungen im Forderungsmanagement deutlich spürbar sein. Denn der Anwendungsbereich der Verbraucherkreditrichtlinie weitet sich künftig auch auf Kredite unter 200 Euro aus, die zuvor befreit waren. Buy-now-Pay-later-Dienste (BNPL) fallen dann beispielsweise ebenfalls unter die Prüfpflichten und Informationsregeln. Laut Gesetzgeber müssen Kreditgeber dann Einkommen, Ausgaben und Kredithistorie gründlich prüfen, idealerweise mit Datenbankabgleich wie von der Schufa. Für das Forderungsmanagement bedeutet das weniger Inkasso für kleine Beträge, aber spürbar mehr Bonitätsprüfungen.
In der Praxis wenden sich viele Gläubiger frühzeitig an einen erfahrenen Inkassodienstleister, um Echtzeit-Bonitätsprüfungen während des Bestellvorgangs im E-Commerce durchzuführen. Digitale Schnittstellen ermöglichen eine nahtlose Integration solcher Leistungen in bestehende Systeme.
Inkassoexperten erwarten weniger Zahlungsausfälle
Durch sorgfältigere Kreditvergabe sinkt nach Meinung von Branchenexperten die Überschuldung. Ein logischer Schritt, denn Verbraucher erhalten nur noch tragbare Darlehen. Basierend auf Tests in Skandinavien sehen EU-Schätzungen eine initiale Senkung der Zahlungsausfälle bei Verbraucherkrediten um 5 bis 10 Prozent. Allerdings wird es bei digitalen und Kleinstkrediten knifflig. Online-Ratenkäufe, z.B. für Elektronik, brauchen lückenlose Logs zu den Verbraucherinformationen. Schuldner könnten öfter auf Fehler pochen und Mahnungen gezielt verzögern – teilweise um Wochen. Das Positive daran: Debitoren werden in Summe kreditwürdiger und Kredite gehen nur an stabile Haushalte. Im Vergleich zur ungeprüften Kreditvergabe, könnte bei nicht geleisteten Zahlungen die Einzugsquote von 70 auf 80 Prozent steigen. Statt großer Inkasso-Reform 2026 setzt die Verbraucherkreditrichtlinie auf Prävention, die sich problemlos mit modernen Inkassoleistungen realisieren lässt.
Was bedeutet das konkret für Gläubiger in verschiedenen Branchen?
Die Neuerungen wirken je nach Branche unterschiedlich. Im E-Commerce und bei BNPL-Anbietern, wo Kleinforderungen überwiegen, entstehen haltbarere Schuldner durch verschärfte Prüfungen – Ausfälle gehen spürbar zurück. Statista-Daten zeigen, dass 25 Prozent der Online-Käufe auf Raten basieren; hier stabilisieren die neuen Regeln die Bonität. Dennoch verzögern Widerrufsregeln oftmals den Einzug, da digitale Forderungen umfassende Protokolle brauchen. Viele Amazon-Händler berichten schon heute von längeren Streitphasen, die Ressourcen binden. Erfahrene Inkassodienstleister bieten umfassende Lösungen, damit sich Händler ungestört auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können.
Bei Dienstleistern aus anderen Branchen wie Fitnessstudios, Medizinpraxen oder Handwerkern verbessert sich die Kreditfähigkeit privater Kunden. Mögliche Folgen der neuen Regulierung sind reduzierte gerichtliche Mahnverfahren, da die Überschuldung in der Breite nachlässt. In der Medizinbranche, wo Rechnungen oft rückständig sind, könnte das die Realisierungsrate um 10 Prozent steigern.
In Energiebranchen und nachhaltigen Sektoren, wie Photovoltaik-Unternehmen, gewinnen Gläubiger durch festere Portfolios. Branchenstudien erwarten eine Dämpfung der Ausfälle um 12 Prozent, da Verbraucher seltener in Verzug geraten. Der Chance, raschere Einzüge zu ermöglichen, stehen grenzüberschreitende Lieferketten entgegen, die Anpassungen an EU-Normen erfordern, was die Dokumentationen vergrößert. Auch hier bieten Inkassodienstleister mit langjähriger Erfahrung im Auslandsinkasso individuelle Lösungen für nahezu jede Branche.
Klassische B2B-Gläubiger, etwa im Baugewerbe, erleben mittelbare Pluspunkte durch bessere Verbraucherbonität. Das führt zu flüssigeren Einzügen bei Lieferanten, kann aber auch hier bei internationalen Geschäften zu Komplikationen führen. Letztlich profitiert jeder Sektor von der Klarheit der neuen Richtlinie, muss seine Prozesse aber möglichst schnell und optimal anpassen.
Praktische Vorbereitungstipps für Gläubiger
Sie können bereits jetzt Maßnahmen ergreifen, um sich auf die Änderungen ab 2026 vorzubereiten. Beginnen Sie mit der Bonitätsprüfung. Viele Unternehmen prüfen die Kreditwürdigkeit potenzieller Kunden bereits bei der ersten Anfrage – nicht erst bei der Rechnungsstellung. Das reduziert Ausfälle frühzeitig. Aktuelle Daten von Schufa oder anderen Auskunfteien geben Ihnen sofort Klarheit. Sie erkennen so, ob ein Kunde bereits Probleme hat.
Planen Sie Ihr Forderungsmanagement systematisch. Übergeben Sie offene Rechnungen an Inkassodienstleister frühzeitig und profitieren Sie von erfahrungsgemäß höheren Erfolgsquoten. Sie sparen dadurch Zeit und Aufwand.
Branchenanalysten erwarten schon durch diese kleinen Anpassungen klare Effizienzsteigerungen. Wer diese Schritte früh umsetzt, hat ab 2026 weniger Stress und stabilere Liquidität.
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