Karin Löbl, Beitrag vom 18. Oktober 2026
Wo Rechnungen am längsten liegen bleiben

Wo Rechnungen am längsten liegen bleiben

Aktuelle CRIF-Daten zeigen deutliche Unterschiede beim Zahlungsverhalten der Branchen

Nicht jede offene Rechnung ist gleich riskant. Der monatliche B2B Payment Monitor von CRIF zeigt deutliche Unterschiede beim Zahlungsverhalten zwischen den Wirtschaftszweigen. In manchen Branchen müssen Lieferanten und Dienstleister erheblich länger auf ihr Geld warten als in anderen. Für Gläubiger sind solche Daten mehr als Statistik: Sie können helfen, branchenspezifische Risiken frühzeitig zu erkennen.

Gastgewerbe bleibt Schlusslicht

Im August 2026 lag der durchschnittliche Zahlungsverzug im Gastgewerbe bei 35 Tagen – der höchste Wert aller untersuchten Branchen. Bereits in den Vormonaten hatte dieser Wirtschaftszweig mit 37 Tagen im Juli und 38 Tagen im Mai die Rangliste angeführt. Zum Vergleich: Im Bereich Erziehung und Unterricht betrug der durchschnittliche Zahlungsverzug im Juli acht Tage, im Bergbau und bei der Gewinnung von Steinen und Erden waren es im August zehn Tage. Die Unterschiede zwischen den Branchen sind erheblich. Das Gastgewerbe wies damit auch in den zuletzt ausgewerteten Monaten besonders lange Verzugszeiten auf.

Was Gläubiger daraus ableiten sollten

Wer regelmäßig Hotels, Restaurants oder Caterer beliefert, sollte das Zahlungsverhalten seiner Geschäftspartner besonders aufmerksam beobachten. Lange Verzugszeiten binden Kapital und können ein Hinweis auf erhöhte wirtschaftliche Risiken sein. Umso wichtiger sind klar definierte interne Fristen, konsequente Mahnprozesse und die rechtzeitige Übergabe überfälliger Forderungen an spezialisierte Dienstleister.

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