Von Lutz Löbl

Bedeutung, Vorgabe und Folgen des Schuldanerkenntnisses

Bei dem Schuldanerkenntnis handelt es sich um eine formale Erklärung des Schuldners, dass eine bestimmte, definierbare Schuld gegenüber dem Gläubiger besteht. Sie dient in erster Linie dazu, die rechtliche Klarheit über eine Forderung zu erhöhen und die spätere Durchsetzung zu erleichtern.

Einige rechtliche und formale Besonderheiten sollten Sie zu dieser Erklärung kennen – wir geben einen Überblick.

Offene Forderungen konsequent eintreiben

Das Wichtigste zum Schuldanerkenntnis im Überblick

  • Räumt der Verursacher eines Schadens / einer Forderung sein Verschulden ein, spricht man von einem Schuldanerkenntnis.
  • Im juristischen Bereich gibt es zwei Formen des Schuldanerkenntnisses: das abstrakte sowie das deklaratorische Schuldanerkenntnis. Auf die genauen Unterschiede gehen wir noch ein.
  • Das Schuldanerkenntnis ist rechtlich bindend und kann nicht widerrufen werden, juristisch gesehen handelt es sich deshalb um ein einseitiges Rechtsgeschäft.
  • Das Schuldanerkenntnis setzt die Einigung mit dem Schuldner voraus – im besten Fall in Form einer getätigten Zahlung oder Teilzahlung.
  • Die rechtlichen Konsequenzen eines Schuldanerkenntnisses können beispielsweise neue Verbindlichkeiten für den Schuldner geschaffen werden.

Definition: Was ist das Schuldanerkenntnis?

Das Schuldanerkenntnis, umgangssprachlich auch oft als Schuldversprechen bezeichnet, ist ein Vertrag zwischen Gläubiger und Schuldner. In diesem gibt der Schuldner zu Protokoll, dass er Schuld an etwas hat und somit juristisch gesehen in einem Schuldverhältnis steht. Beispielsweise durch einen verursachten Schaden oder eine nicht geleistete Verbindlichkeit.

Aus diesem Grund handelt es sich beim Schuldanerkenntnis auch um ein einseitiges Rechtsgeschäft, welches nicht widerrufen werden kann. Ein Kaufvertrag beispielsweise ist ein beidseitiges Rechtsgeschäft, wie es Ihnen vermutlich häufiger im Alltag begegnet. Die genaue, juristische Definition des Schuldanerkenntnisses finden Sie in § 781 des BGB.

Für die Gültigkeit des Schuldanerkenntnisses ist die Schriftform notwendig. In § 781 BGB heißt es dazu: „Zur Gültigkeit eines Vertrags, durch den das Bestehen eines Schuldverhältnisses anerkannt wird (Schuldanerkenntnis), ist schriftliche Erteilung der Anerkennungserklärung notwendig. Die Erteilung der Anerkennungserklärung in elektronischer Form ist ausgeschlossen“.

Überblick über die Formen des Schuldanerkenntnisses

Es gibt zwei verschiedene Arten des Schuldanerkenntnisses, das abstrakte und das deklaratorische Schuldanerkenntnis. Der Hauptunterschied liegt bei diesen dabei, dass bei einem deklaratorischen Schuldanerkenntnis kein neues Schuldverhältnis begründet wird. In der Praxis findet deshalb in der Regel nur das abstrakte Schuldanerkenntnis Anwendung.

Wie erhalte ich ein Schuldanerkenntnis des Schuldners?

Allen voran steht vor dem Erhalt eines Schuldanerkenntnisses die Einigung mit dem Schuldner über die bestehende Forderung. Im besten Fall ist die Art des Schuldanerkenntnisses eine Begleichung der Schulden oder zumindest eine Teilzahlung an den Schuldner. Diese Aktion des Schuldners ist als Indiz auf einen Neubeginn der Verjährung nach § 212 BGB zu werten.

Das Schuldanerkenntnis muss immer in der Schriftform verfasst und vom Schuldner händisch unterschrieben werden. Enthalten sein müssen Informationen zur Höhe der Schuld, dem Zeitpunkt der Zahlung und anderen relevanten Bedingungen. Optional ist die oben beschriebene Beglaubigung durch einen Notar, dies ist jedoch keine gesetzliche Vorgabe. Das Schuldanerkenntnis sollte vom Gläubiger in Form einer Kopie aufbewahrt werden, um im Falle eines eventuellen Rechtsstreits auf der sicheren Seite zu sein.

Nutzen Sie gerne nachfolgende, kostenfreie Muster für ein Schuldanerkenntnis und stellen Sie es Ihrem Schuldner zur Verfügung.

Schuldanerkenntnis: Muster und Vorlage

Schuldnerkenntnis

Zwischen

[Schuldnername und Schuldneradresse]

(Schuldner / Schuldnerin)

und

[Gläubigername und Gläubigeradresse]

(Gläubiger / Gläubigerin)

Hiermit erkläre ich (Vor- und Nachname des Schuldners), dass ich gegenüber (Vor- und Nachname des Gläubigers) eine Schuld in Höhe von … Euro habe. Diese Schuld resultiert aus (Grund der Schuld, z. B. Darlehensvertrag vom Datum).

Ich verpflichte mich hiermit, den genannten Betrag unter Ausschluss jeglicher Einwendungen in einer Zahlung / einer Teilzahlung bis zum (Datum der vollständigen Begleichung / Daten der Teilzahlungen) zu begleichen.

Mir ist die Tragweite meines abstrakten Schuldnerverhältnisses bewusst. Hiermit wird zu einem etwaig bestehenden Rechtsverhältnis ein getrenntes, neues Schuldverhältnis begründet.

(Ort / Datum / Unterschrift Schuldner)

Tipp:
Bei der Formulierung des Schulanerkenntnisses ist es wichtig, präzise und eindeutig zu sein. Eine abschließende Prüfung ist empfehlenswert, um rechtlichen Fehlern oder einer Ungültigkeit aus dem Weg zu gehen. Bei komplexen Sachverhalten sollten Sie sich Unterstützung durch einen Fachanwalt oder ein erfahrenes Inkassounternehmen einholen.

Hilfe für eigene Kunden durch das Schuldanerkenntnis

Schnell kann es passieren, dass ein langjähriger Kunde von Ihnen in finanzielle Schwierigkeiten gerät. Das Schuldanerkenntnis für eine ausstehende Forderung hilft dem Kunden, den Engpass zu überwinden und garantiert Ihnen zudem, dass Sie die ausstehende Summe noch erhalten werden. Lässt sich der Schuldner auf ein Schuldanerkenntnis ein, bleibt ihm und Ihnen selbst das langwierige gerichtliche Mahnverfahren erspart und die Forderungsverhältnisse sind eindeutig geklärt.

Das Anerkennung einer Forderung ist eine einfache und unbürokratische Lösung, um die Krisenzeit eines Kunden zu überbrücken. Lässt er sich auf Ihr Angebot ein, signalisiert ein langjähriger Kunde seine Treue und das Zahlungsziel wird lediglich nach hinten verschoben. Dadurch ist es ein beliebtes Mittel im Forderungsmanagement.

Der Kunde hat Zeit, die Forderung zu begleichen, gleichzeitig profitieren Sie jedoch von einem „Neustart“ der Verjährungsfristen und kommen so sicher an Ihre offene Forderung.

Unverbindliche Beratung zum Schuldanerkenntnis

Das Forderungsmanagement ist ein komplexes Thema, welches viel Zeit in der Verwaltung eines Unternehmens einnimmt und Personal bindet. Experten gehen davon aus, dass pro Mahnung rund 20 Minuten Arbeitszeit eines Mitarbeiters benötigt werden. Culpa Inkasso hilft Ihnen dabei, die Abwicklung und Organisation von Forderungen gesammelt auszulagern und so mehr Zeit für das eigentliche Kerngeschäft zu haben.

Wir kümmern uns nicht nur um das gerichtliche und außergerichtliche Mahnwesen, sondern versuchen durch den persönlichen Kontakt auch, eine Einigung mit dem Schuldner zu erzielen. Dabei kommt früher oder später auch das Schuldanerkenntnis zum Gespräch. Lässt sich Ihr Schuldner darauf ein, überprüfen wir im Anschluss den Eingang etwaiger (Teil-)zahlungen, bis die Forderung beglichen ist.

Lassen Sie sich gerne unverbindlich von einem unserer Experten zum Thema Schulanerkenntnis beraten und stellen Sie Ihre offenen Fragen – wir freuen uns bereits auf Ihre Nachricht!

Häufig gestellte Fragen zum Schuldanerkenntnis

Was ist die Bedeutung eines Schuldanerkenntnisses?

Das Schuldanerkenntnis ist eine schriftliche Erklärung des Schuldners, in welcher er die Existenz einer Schuld gegenüber dem Gläubiger anerkennt. Es dient als eigenständige Verpflichtung und ermöglicht es dem Gläubiger, bei ausbleibender Begleichung der Forderung direkt gegen das Vermögen des Schuldners vorzugehen.

Was kostet die notarielle Beglaubigung eines Schuldanerkenntnisses?

Die Kosten für eine notarielle Beglaubigung richten sich immer nach der Gesamtsumme, welche der Schuldner dem Gläubiger schuldet. In Regel erstreckt sich der Kostenbereich von etwa 40 Euro bis hin zu 200 Euro bei sehr hohen Forderungen.

Was sind die Vorteile der Beauftragung eines Inkassounternehmens?

Ein seriöses Inkassounternehmen bietet einen Rundum-Service zur Abwicklung Ihrer Forderungen. Das reicht von außergerichtlichen Mahnwesen, über eine mögliche Einigung mit dem Schuldner bis hin zu einem Gerichtsverfahren und einer Zwangsvollstreckung. Hierdurch können Forderungen erfolgreich eingeholt werden und Sie haben Zeit, sich auf Ihr Kerngeschäft zu konzentrieren.

Was muss in einem Schuldanerkenntnis genau stehen?

Das Schuldanerkenntnis muss nach § 781 die schriftliche Form vorliegen. Enthalten sein müssen alle relevanten Daten zu Schuldner und Gläubiger, die Höhe der Forderung und eventueller Nebenforderungen sowie das Zahlungsziel oder Angaben zu möglichen Teilzahlungen. Zudem muss der Verzicht auf jegliche Einwände festgehalten werden. Die händische Signatur des Schuldners ist erforderlich.

Bis 90%
Erfolgsquote
im Einzug
Bis 25%
erfolgreicher als andere
Ca. 90%
günstiger als beim Anwalt
21 Jahre
Erfahrung
im Inkasso
14949
zufriedene Mandanten
Einzel-
u. Mengen-
Inkasso