Karin Löbl, Beitrag vom 21. September 2026
Großbritannien sagt Spätzahlern den Kampf an

Großbritannien sagt Spätzahlern den Kampf an

Neue Regeln sollen kleine Unternehmen vor überlangen Zahlungszielen schützen

Eine Rechnung ist gestellt, die Leistung erbracht – doch der Zahlungseingang lässt auf sich warten. Was für große Auftraggeber eine Frage der Zahlungsplanung sein kann, belastet bei kleineren Lieferanten häufig die Liquidität. Großbritannien will dieses Ungleichgewicht nun mit strengeren Regeln begrenzen.

60 Tage als Obergrenze

Im Mai 2026 brachte die britische Regierung den Small Business Protections Bill ins Parlament ein. Der Gesetzentwurf sieht vor, Zahlungsziele großer Unternehmen gegenüber kleineren Lieferanten auf höchstens 60 Tage zu begrenzen. Bei verspäteten Zahlungen sollen verpflichtend Zinsen in Höhe von acht Prozentpunkten über dem Leitzins der Bank of England anfallen. Zudem soll der Small Business Commissioner erweiterte Befugnisse erhalten, Zahlungspraktiken zu untersuchen, Streitigkeiten zu entscheiden und hartnäckige Spätzahler mit hohen Bußgeldern zu belegen.

Die Regierung beziffert die jährlichen wirtschaftlichen Kosten verspäteter Zahlungen auf elf Milliarden Pfund. Nach ihren Angaben müssen deshalb täglich 38 Unternehmen schließen. Die Reform soll verhindern, dass finanzstarke Auftraggeber ihre Liquidität zulasten kleinerer Geschäftspartner schonen.

 Ein Vorbild für Deutschland?

Der britische Ansatz macht deutlich, dass Zahlungsdisziplin auch eine Frage wirtschaftlicher Machtverhältnisse ist. Für Deutschland wäre insbesondere die Verbindung aus begrenzten Zahlungszielen, konsequenter Verzinsung und wirksamer Kontrolle diskussionswürdig. Ob zusätzliche Vorgaben tatsächlich helfen, hängt allerdings davon ab, wie gut sie sich durchsetzen lassen und ob sie den Forderungseinzug in der Praxis beschleunigen. Für Gläubiger bleibt entscheidend, offene Rechnungen frühzeitig zu verfolgen, Zahlungszusagen zu dokumentieren und überfällige Forderungen nicht unbegrenzt im eigenen Unternehmen zu verwalten.

Culpa Inkasso unterstützt dabei beispielsweise mit professionellen Mahnstufen, Telefoninkasso und individuell abgestimmten Maßnahmen. Die erfolgsbasierte Abrechnung ohne Vorkosten und die Möglichkeit der wöchentlichen Auszahlung eingezogener Gelder bieten Unternehmen eine planbare Ergänzung ihres Forderungsmanagements.

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